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INFORMATIONEN ZUR WARTUNG

Die Beleuchtungsstärke für einen Raum/ein Objekt muss über den gesamten Nutzungszeitraum den verbindlichen Angaben nach DIN 12464-1 entsprechen; dies entspricht dem Wartungswert. Der Elektroplaner hat die Aufgabe den Wartungsfaktor in Abhängigkeit der eingesetzten Beleuchtungsanlage und den Raumbedingungen optimal festzulegen und dies durch einen Wartungsplan sicherzustellen.

Wartungsfaktor ( Maintenance Factor )
MF = LLMF x LSF x LMF x RMF

LLMF Lampenlichtstromwartungsfaktor
LSF Lampenlebensdauerfaktor
LMF Leuchtenwartungsfaktor
RMF Raumwartungsfaktor

Die erforderliche Beleuchtungsstärke einer Neuanlage ergibt sich, wenn der Wartungswert durch den Wartungsfaktor dividiert wird. Eine optimale Beleuchtungsanlage zeichnet sich durch einen relativ hohen Wartungsfaktor aus und führt zu Einsparungen in den Investitionskosten, im Energievebrauch somit in der CO2-Belastung und sichert über die gesamte Lebensdauer einen hohen Beleuchtungskomfort.

 

Welche Einflussmöglichkeiten haben Planer und Nutzer, den Wartungsfaktor positiv zu beeinflussen:

 

RMF - Raumwartungsfaktor helle Räume, die in regelmäßigen Abständen gereinigt werden oder bereits vom Anstrich so ausgelegt sind, dass sie über lange Zeit einen hohen Reflexionsgrad behalten, sind die Basis für einen hohen Raumwartungsfaktor.

LSF - Lampenlebensdauerfaktor bei Festlegung des sofortigen Austauschs defekter Leuchtmittel kann für diesen Faktor der Maximalwert 1 eingesetzt werden.

LLMF - Lampenlichtstromwartungsfaktor berücksichtigt den Rückgang des Lichtstromes infolge der Alterung der Leuchtmittel bzw. des LED-Moduls.

Der Planer hat durch die optimale Wahl der Leuchte mit den passenden Leuchtmitteln entscheidenden Einfluss auf die Größe dieses Wertes. Auswahl von Leuchtmitteln mit langer Lebensdauer bei geringem Lichtstromrückgang senken die Kosten für Ersatzbeschaffung und den Aufwand zum Wechsel der Leuchtmittel.

LMF - Leuchtenwartungsfaktor in Abhängigkeit der Bauform einer Leuchte und den Umwelteinflüssen im Objekt kommt es im Laufe der Nutzung zu einer Verschmutzung, die eine Reduzierung des abgegebenen Lichtstromes bewirkt. Dies hat der Planer durch die Festlegung eines Reinigungsintervalls zu berücksichtigen.

 

Der Nutzer ist für die Umsetzung verantwortlich

 

Reinigung der Leuchten im spannungsfreien und erkalteten Zustand mit einem weichen Tuch und pH neutralen Reinigern. Insbesondere die Reinigung von Abdeckungen für die Abstrahlung des indirekten Lichtanteils, Reinigung aller Reflektoren, soweit zugänglich, in gleicher Weise sowie Reinigung von Scheiben und Abdeckungen für die Abstrahlung des direkten Lichtanteils.

Durch die Auswahl von Leuchten, die sich mit geringem Aufwand reinigen lassen und ein kürzeres Reinigungsintervall als üblicherweise von 3 Jahren, lässt sich ein höherer Leuchtenwartungsfaktor erzielen, welcher einen positiven Einfluss auf Investitions- und Energiekosten hat und zu einer höheren Umweltverträglichkeit der Beleuchtungsanlage führt.

Für Beleuchtungsanlagen, bei denen der Planer die möglichen Einflussfaktoren auf eine Abnahme der Beleuchtungsstärke nicht hinreichend erfassen kann, gibt es folgende Referenzwerte:

Sauberer Raum/Objekt

  • Wartungsfaktor 0,8

Normaler Raum/Objekt

  • Wartungsfaktor 0,67

Stark verschmutzter Raum/Objekt

  • Wartungsfaktor 0,5

Ein Wartungsfaktor von 0,5 bedeutet, dass als Neuwert die doppelte Beleuchtungsstärke gegenüber der nach DIN 12464-1 für die Nutzung empfohlenen Beleuchtungsstärke festlegt werden muss.

 

Hinweis

 

Bei der Erstellung von Beleuchtungsanlagen mit LED-Leuchten sollte der Planer eine möglichst genaue jährliche Laufzeit der Leuchten ermitteln und die geplante Lebensdauer der Anlage berücksichtigen; damit kann ein realer Wert für den Lampenlichtstromfaktor festgelegt werden, der deutlich über dem Wert 0,7 liegen kann, welcher bezogen auf die Lebensdauer von 50.000 h sonst zum Ansatz käme.