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SEHLEISTUNG, SEHKOMFORT UND AMBIENTE


In der europäischen Norm DIN EN 12464-1 sind die Anforderungen an die Beleuchtung unter Berücksichtigung des notwendigen Sehkomforts und der Sehleistung für Arbeitsstätten festgelegt. Die Norm behandelt inhaltlich alle üblichen Sehaufgaben. In der Umsetzung bleibt bewusst Spielraum für Intelligente Lichtlösungen und Innovative Techniken.

Sehleistung

Sehleistung beschreibt eine grundlegende Sehfunktion: Die sichere Wahrnehmung von bewegten und unbewegten Gegenständen. Die Mindestbeleuchtungsstärke und eine ausreichende Blendungsbegrenzung sind Grundvoraussetzungen für gute Sehleistung. Einfache Beleuchtungssysteme gewährleisten diese Funktion.

Sehkomfort

Für hohen Sehkomfort ist eine harmonische Leuchtdichteverteilung im Raum wesentlich. Damit ist nicht monotone Gleichmäßigkeit, sondern die gezielte Beleuchtung einzelner Raumbereiche, wie Wände oder Arbeitsbereiche, gemeint. Darüber hinaus muss eine Farbwiedergabestufe von Ra > 80 gewählt werden.

Ambiente

In der heutigen Zeit werden Lichtstimmungen und das damit verbundene Ambiente immer wichtiger. Der Wunsch nach Individualität bedeutet für den Planer, dass er verstärkt mit Lichtfarbe, Lichtrichtung und Schattigkeit arbeitet. Das Tageslicht ist hier unser Vorbild: ein Ambiente, das die Motivation und positive Emotionen fördert.

LEUCHTDICHTE UND DIREKT-|REFLEXBLENDUNG


Optimale Erkennbarkeit ohne Reflexblendung

Reflexe von Fenstern und Leuchten z. B. auf PC-Bildschirmen, stören die Konzentration und führen zu vorzeitigen Ermüdungserscheinungen. Reflexe auf Bildschirmen können durch senkrechte Positionierung der Oberfläche zum Fenster und durch den Einsatz sinnvoll angeordneter Leuchten für Bildschirmarbeitsplätze minimiert werden.
Die Grenzwerte der mittlere Leuchtenleuchtdichte sind abhängig von der Polarität und Leuchtdichte des Bildschirms und dürfen bei einem Ausstrahlungswinkel von > 65° nicht überschritten werden.

Grenzwerte der mittleren Leuchtdichte bei Bildschirmen

 Bildschirm hoher Leuchtdichte ≥ 200 cd/m²Bildschirm mittlerer Leuchtdichte ≤ 200 cd/m²

Positive Polarität
und übliche Anforderung1

 
   ≤ 3000 cd/m²


≤ 1500 cd/m²
Negative Polarität
und hohe Anforderung1

≤ 1500 cd/m²

≤ 1000 cd/m²

¹ Beispiel Office-Programme, dunkler Text auf hellem Untergrund
² Beispiel CAD-Programme, helle Linien auf dunklem Untergrund

Direktblendung

Direktblendung entsteht durch ungeeignete oder ungeeignet angebrachte Leuchten mit zu hohen Leuchtdichten, wie sie z. B. freistrahlende Lampen erzeugen können, die vom Betrachter aus innerhalb seines Gesichtsfeldes einzusehen sind, oder aber auch „nicht kontrollierte“ Fensterflächen.

UGR

Das UGR-Verfahren berücksichtigt die Anordnung der Leuchte im Raum und bewertet die Blendung der gesamten Beleuchtungsanlage für eine bestimmte Beobachterposition. Ein kleiner UGR-Wert bedeutet Blendfreiheit. Für die praktische Anwendung des UGR-Verfahrens wird mit einfachen Tabellen gearbeitet. Eignungsbeispiele UGR-Wert:

< 16  für Zeichenräume,
< 19  für Büros und Kontrollräume,
< 22  für feine Industriearbeit,
< 25  für mittlere Industriearbeit und
< 28  für grobe Industriearbeit.

Leuchtdichte

Licht ist unsichtbar und nur im Wechselspiel mit der Materie erkennbar. Die abstrakte, nicht sichtbare Größe der Beleuchtungsstärke (lx) definiert die Lichtmenge. Was von uns als Helligkeitseindruck wahrgenommen wird, ist das vom Material reflektierte Licht: die Leuchtdichte (cd/m²). Licht trifft auf ein Objekt, wird von ihm in veränderter Form abgestrahlt und enthält damit die vollständige visuelle Information über das Objekt, damit ist es für die qualitative Beleuchtungsplanung von höherer Bedeutung.

LICHTRICHTUNG UND SCHATTIGKEIT


Atmosphäre gestalten

Unterschiedliche Beleuchtungsarten schaffen unterschiedliche Raumeindrücke - dabei verändert sich auch der Charakter des Lichtes.

Modelling-Indikator

Die Ausgewogenheit zwischen diffusem und gerichtetem Licht wird als Modelling bezeichnet. Das Verhältnis horizontaler zu zylindrischer Beleuchtungsstärke ist bei einem Wert von 0,3 bis 0,6 ideal.

Zylindrische Beleuchtungsstärke

Gute visuelle Kommunikation und Erkennbarkeit erfordert eine ausreichende Helligkeit gerade bei Gesichtern. In Bereichen, in denen Menschen arbeiten oder sich fortbewegen wird dies durch eine adäquate mittlere zylindrische Beleuchtungsstärke erreicht.

EZ im Bereich der Tätigkeiten für sitzende Person in 1,2 m
und stehende Person in 1,6 m über dem Fußboden:

EZ > 50 lx
U0 ≥ 0,10

Empfehlung für visuelle Kommunikation in Büros,
Besprechungs- und Unterrichtsräumen:

EZ > 150 lx
U0 ≥ 0,10

ANFORDERUNGEN AN DAS TAGESLICHT


Licht, Körper und Geist

Tageslicht ist unser Vorbild, denn die Eigenschaften des Tageslichtes sind tief und evolutionär mit unseren physischen und psychischen Grundeinstellungen und Lebensweisen verwurzelt. Licht bringt Körper und Geist ins Gleichgewicht, da nach neueren Erkenntnissen Licht nicht nur zum Sehen, sondern auch gesundheits- und befindlichkeitsrelevante Stoffwechselvorgänge steuert.

Natürliches Helligkeitsmodell

Diese Eigenschaften werden ergänzt um das natürliche Helligkeitsmodell, das unsere Wahrnehmung über Jahrtausende geprägt hat. So erfolgt der Lichteinfall immer über eine große Fläche mit hohen Vertikalbeleuchtungsanteilen. Der Lichtschwerpunkt liegt dabei immer in der oberen Raumhälfte. Dieser Zustand ist auch während der Nacht konstant. Daher ist es unser klares Ziel, das Kunstlicht den Tageslichteigenschaften so weit wie möglich anzunähern.

Einsparpotenzial bis zu 75 %

Tageslicht hat nicht nur eine qualitative Vorbildfunktion. Leuchtenkontroller ermöglichen hohe Energieeinsparungen durch eine tageslichtabhängige Steuerung, kombiniert mit Bewegungsmelder zur Anwesenheitserkennung. Zusätzlich wird der Komfort durch die automatische Funktion spürbar erhöht.

Präsenzmelder

Ohne Anwesenheit nach 15 Minuten Reduktion der Beleuchtungsstärke um 20%, nach 120 Minuten erfolgt Ausschaltung.

Tageslichtsensor

Automatische Reduktion des Kunstlichtes auf der Fensterseite bei Lichteinfall, Beleuchtungsstärke einstellbar zwischen 300 und 1500 lx.

Dynamisch beleuchten mit TunableWhite

Nicht nur die Helligkeit, sondern vor allem auch die Farbtemperatur einer Leuchte bestimmt die Licht- und Wahrnehmungsqualität. Mit TunableWhite eröffnen sich neue Möglichkeiten, wenn es um passgenaue Beleuchtung bei wechselnden Anforderungen geht: Von Warmweiß über Neutral- bis Kaltweiß kann die Farbtemperatur einer Leuchte variabel eingestellt werden. In Verkaufsräumen können so wechselnde Waren, wie z. B. saisonale Produkte, immer optimal beleuchtet werden.

In Büro-, Bildungs- und Pflegeeinrichtungen kann mit Hilfe von TunableWhite die sich verändernde Qualität des Tageslichts nachgebildet werden. Dies wirkt sich positiv auf die Nutzer aus. Der stufenlose Wechsel von entspannendem Warmweiß bis zu aktivierendem Kaltweiß stabilisiert die innere biologische Uhr des Menschen und fördert die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.